Leonie im Everydaystray-Shelter

Eine Erfahrung fürs Leben: Ein Einblick ins Leben der Straßenhunde

Es ist schon schwer genug, als Straßenhund auf sich allein gestellt zu sein; in einem Land aufzuwachsen, in dem vor allem gezüchtete Hunde als Lebewesen mit Wert angesehen werden, ist für die Streuner jedoch besonders schwer.

Leonie Lang, langjährige ehrenamtliche Helferin bei Everydaystray, war so lieb, uns einen persönlichen Einblick in die Kontraste zu gewähren, die zwischen bulgarischer und deutscher Hundehaltung liegen. Nach intensivem E-Mail-Kontakt mit ihr haben wir diese wunderbaren Antworten und wertvollen Informationen zur persönlichen Zusammenarbeit mit unserer Partnertierschutzorganisation erhalten.

1. Wie hast du von Everydaystray erfahren?

Instagram. Ich folge Everydaystray von Anbeginn :-)

2. Wie bist du dazu gekommen, dich bei Everydaystray ehrenamtlich zu engagieren (oder allgemein für den Tierschutz)?

2020 gab es einen Aufruf für Volunteering auf Instagram. Ich hatte schon länger im Kopf, ehrenamtlich im Ausland zu helfen und hatte mich bereits bei anderen Organisationen beworben. „Dank“ Corona konnte ich super spontan Urlaub nehmen und im Juli 2020 erstmals für zwei Wochen nach Bulgarien reisen. Die beste Entscheidung!

Leonie mit einem Rescue-Hund

3. Was macht Everydaystray deiner Meinung nach anders?

No-Kill-shelter policy UND Everydaystray fühlt sich an wie Familie. Jedem Hund wird die beste Zeit im Shelter bereitet. Die Hunde werden nicht weggesperrt, sind den ganzen Tag zusammen draußen, spielen, rennen, schlafen und genießen ihre neu gewonnene Chance im Leben. Auch wenn es unzählige Gassigänge, tausende Schritte am Tag, und viel extra Arbeit bedeutet - es wird auf jeden Hund individuell eingegangen und sichergestellt, dass sich alle wohlfühlen. Jeder Hund, der zurück zum Shelter müsste, würde sich freuen. Das beste Zeichen, oder?

4. Wie siehst du die allgemeine Akzeptanz von Hunden in Bulgarien?

Alles, was Rasse ist, wird akzeptiert! Yorkshire Terrier und American Staffords sind ganz vorne mit dabei. Man sieht Menschen in den Städten, die ihre Rassehunde wie ihr Kind behandeln, während sie den Straßenhund keines Blickes würdigen oder verscheuchen. Es gibt die voll akzeptierten Modehunde, die als Familienmitglied angesehen werden, die bitterarmen, angeketteten Jagd- und Wachhunde in den Gärten der Leute und die unerwünschten, für die Meisten fast unsichtbaren, unwichtigen Straßenhunde. Traurig!

5. Du hast selbst zwei Rescue-Hunde — hast du einen Rat für andere, die noch überlegen, einen Hund aus dem Tierheim zu adoptieren?

Für viele Leute kommt es oft auf das Aussehen an. Ich selbst wollte auch immer große Hunde haben und hatte ein gewisses Bild im Kopf. Jetzt habe ich zwei kleine/mittelgroße Hunde. Letztendlich hat mich der Charakter und die Art der Beiden überzeugt und ich würde sie gegen keine größeren Hunde dieser Welt eintauschen wollen. :-)

6. Hast du einen besonderen Tipp für Interessenten, gerade mit der Pandemie und der erhöhten Nachfrage nach Hunden in Deutschland im Hinterkopf?

Man sollte nichts überstürzen. Mir hat es unglaublich geholfen, den Hund meiner Schwester für zwei Wochen bei mir zuhause zu haben. Zu merken was es wirklich bedeutet, 3-4 mal am Tag raus gehen zu müssen. Was es bedeutet, Termine ändern oder Veranstaltungen absagen zu müssen, weil der Hund nicht so lange alleine bleiben kann und zu spüren, welche Kosten auf einen zukommen werden. Nach dieser Zeit wusste ich definitiv, dass es mir mehr wert ist, Abstriche zu machen aber mein Leben mit einem Hund zu teilen, als ohne zu sein.

7. Gibt es etwas, was jeder über Hunde aus dem Tierschutz wissen sollte?

Hunde aus dem Tierschutz sind einzigartig.

Hunde aus dem Tierschutz haben eine Geschichte und Vergangenheit.Hunde aus dem Tierschutz brauchen Zeit, Geduld und Verständnis. Hunde aus dem Tierschutz haben das größte Herz. Hunde aus dem Tierschutz zeigen dir, was es bedeutet zu vergeben. Hunde aus dem Tierschutz sind einzigartig.

Cloud7 & Everydaystray

Cloud7 unterstützt sowohl Hunde aus verantwortungsvoller Züchtung als auch Tierschutzhunde. Wir verstehen, dass es sich bei der Auswahl eines Hundes um eine sehr persönliche, individuelle Entscheidung handelt. Dennoch möchten wir uns weiterhin für die Sichtbarkeit von Straßenhunden stark machen, die viel zu lange vernachlässigt und nicht als Lebewesen mit Wert angenommen wurden. Falls auch ihr einen Mischling adoptieren möchtet, berücksichtigt bei der Auswahl doch gerne Tierheime vor Ort sowie Shelter im Ausland.

Wenn ihr euch neben Leonie und dem Everydaystray Team ehrenamtlich engagieren wollt, meldet euch gerne bei Clair und Neil unter [email protected] mit VOLUNTEERING als Betreff. Auch direkte Spenden an Everydaystray sind möglich. Dazu gibt es hier weitere Informationen oder auch hier die Möglichkeit, die Produkte unserer RESC7UE Kollektion zu shoppen, deren Erlöse gänzlich an die Organisation übermittelt werden.

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